Max Eyth - der Maler und Zeichner

Der Begriff "Dichteringenieur" zeigt nur eine, wenn auch bedeutende Facette des bewegten und arbeitsreichen Lebens von Max Eyth. Neben Poesie und Technik kommt ein drittes - die Zeichnung - hinzu.

"Dann skizziere ich Ruinen der Umgegend, löse mathematische Aufgaben, oder mache gar - ich gesteh's mit Erröten - Verse, die sich beim taktmäßigen Keuchen der Maschine wie von selbst einstellen."

Dieses Zitat birgt die ganze Persönlichkeit von Max Eyth; es gibt uns Einblick in sein eigenes Denken und Fühlen und zeigt, wie er sich selbst sah und verstand. Er war nicht nur Ingenieur, sondern darüber hinaus Dichter und Zeichner.

Sein zeichnerisches Werk umfasst rund 1000 Zeichnungen und Aquarelle. Der Nachlass wird im Ulmer Museum aufbewahrt.

Auswahl von Skizzen und Aquarellen:

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Erstaunlich ist, dass er neben seiner starken beruflichen Anspannung, seiner ausgedehnten, in damaliger Zeit langdauernden und beschwerlichen Reisetätigkeit, immer wieder Zeit und Muße zum Zeichnen fand. Wenn man sich aber sein Gesamtwerk, die überreiche Fülle der Bilder ansieht, erkennt man etwas von der Kraft und Schaffensfreude dieses Mannes. Sie sind Ausdruck einer optimalen Synthese: "Auch ein Zeichner wird schließlich in die Welt hinausgeschickt, wenn er sie lang und sehnsüchtig genug durch die mattgeschliffenen Scheiben seines Büros betrachtet hat."

Stift und Aquarellfarben sind seine ständigen Begleiter auf all seinen Reisen. Wie er in seinen Schriften jede Situation mit außerordentlicher Präzision zu schildern weiß, so versteht er es auch, das vor seinen Augen Ausgebreitete klar zu erfassen und zu umreißen. Im Alter ordnete Max Eyth diese Vielzahl von Blättern, führte eine Reihe von ihnen sauber aus und hinterließ diesen Schatz hohen kulturhistorischen Wertes, den er selbst "Ein Leben in Skizzen" nannte, der Stadt Ulm. Annähernd 1000 Blätter dokumentieren die Stationen seines bewegten Lebens, sind uns Beweis seines Fernwehs und seiner Schaffenskraft. - "Meine Pläne? Sie waren einfach genug: Hinaus; lernen und lernend schaffen... "

(Quelle: Max Eyth 1836-1906 "Mein Leben in Skizzen"; Das zeichnerische Werk von Max Eyth, Viktor Pröstler)